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Veranstaltungsliste

Ereignis

Titel: Schaufensterausstellung: Einblicke- Videos von Sabine Bretschneider und Andreas Ullrich
Startdatum: Freitag, 14.August
Enddatum:  - Sonntag, 20.September
Beschreibung: 

Sabine Bretschneider

1975 in Aichach geboren, arbeitet in den Bereichen Neue Medien, Video und mechanische Installation. Nach einer Ausbildung zur Grafikdesignerin folgte ein Studium der Bildhauerei und Kunstpädagogik an der Akademie der Bildenden Künste in München  bei Magdalena Jetelova und Asta Gröting. 2007 wurde suolocco, das Büro für Kreation und Strategie, von ihr mitgegründet.

In der künstlerischen Auseinandersetzung richtet sich ihr Interesse u.a. auf das Verhältnis von Raum und Wahrnehmung, deren Wechselwirkungen und gegenseitige Bedingtheit sowie auf das grundlegend Prozessuale, dass Fragen nach Identität, Sprache als Verständigung sowie deren Bedeutung und Bedeutungsebenen aufspannt.

 

Andreas Ullrich

Geboren 1976, Künstler und Grafiker. Ullrich erlangte seinen Abschluss an der Deutschen Meisterschule für Mode in München im Jahr 2000. Anschließend studierte er an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Nikolaus Lang (Kulträume, Malerei und Grafik) bis 2007. Er studierte zudem Bildhauerei an der Kunsthochschule Weißensee Berlin bei Inge Mahn & Bernd Wilde. Ullrich lebt als freischaffender Künstler und Grafiker in München.

Andreas Ullrichs künstlerische Arbeiten befassen sich kritisch mit Fragen des (Kunst-) Marktes und Kapitalisierungsprozessen sowie der Verschränkung von Subjekt – Kunst – Gewalt. Er interessiert sich dabei ästhetisch für die Schnittstelle zwischen grafischen und künstlerischen Ansätzen und verfährt entsprechend disziplinüberschreitend wobei insbesondere seine Kunst-Aktionen durch die Situationistische Internationale beeinflusst scheinen.

Seine Arbeiten bemühen Strategien der Refokussierung auf kritische Inhalte jenseits einer von Ullrich immer hinterfragten und mitbedachten Ökonomisierung des Kunstfeldes wie der Gesellschaft. Nicht zuletzt führen Ullrich diese Überlegungen immer wieder zu grundlegenden Fragen nach den gegenwärtigen Handlungsspielräumen des Zoon Politikon. Er setzt, philosophisch informiert, zudem die Frage nach dem Menschen bzw. dem Subjekt und seinen Möglichkeiten ins Zentrum seiner Arbeiten um das Konzept sogleich Infrage zu stellen, oder neu zu denken.

Dieser Ansatz spiegelt sich beispielsweise in seinen künstlerischen Arbeiten der Reihe „Skulpturperformances“ (Ullrich) wieder, etwa dann, wenn er in seinen bildhauerischen Arbeiten das Temporäre des eigenen Körpers aufgreift und die Skulptur ohne Mensch als reines Requisit erscheinen lässt.

www.koingkoing.com

 

Videoarbeiten von Sabine Brettschneider

Ohne Titel

Der Trickfilm befasst sich mit Fragen von Geschlecht und Identität.
In Anspielung auf die gesellschaftlichen Charakterisierungen von Geschlecht und Mensch im Allgemeinen, wird, durch die Abnahme der Schminke von einer Person und durch deren Auftrag auf sich selbst, allmählich bewusst, wie schnell Zuweisungen aufgehoben werden und gleichzeitig entstehen können.

Das subtile Suchen nach Ausdruck

Das in schwarzweiß gehaltene Video zeigt, wie ein Spiegel vor den Sehsinn gehalten wird und wie dieser hierdurch verdeckt wird. Diesem Versuch geht der Gedanke voraus, mir neue Augen zu geben. Der Kontaktpunkt zwischen Gehirn und Wahrnehmung ist nun der Spiegel. Sehen ist immer subjektiv und bedeutet gleichzeitig ein Interpretieren des Zu-sehen-gegebenen. Eine Überführung der Bewegung und der Nachahmung anwesender Augen auf der Spiegeloberfläche entsteht und birgt simultan ein weiteres Subjekt – den Betrachter.

Videoarbeiten von Andreas Ullrich

Warum Videomaschine 2006 (Videoloop)

Der Kopf wird über einem skizzierten Förderablauf vom Körper getrennt und nach einem kurzen weiteren Ablauf wieder zusammengeführt. Dabei wirkt die Situation der Trennung wie auf einem Operationstisch und der Moment des Zusammenführens wirkt wie ein zufälliges oder glückliches „Aufrichten“. Durch die Videoschleife entpuppt sich die Zufälligkeit zu einem perfekt abgestimmten System, bis sich wenig später Monotonie einschleicht und sich unangenehme Fragen aufdrängen: Warum/Wieso/Wieso nicht?

Gartenschlauch (2003) (Stopmotion Video)

Ein Gartenschlau der für die Bewässerung steht - sprich - das Leben anderer, lebt kriecht durch eine Luke in einen Raum - umgarnt und knebelt fast schon einen Blumentopf, bis daraus endlich etwas wächst - ein Kaktus mit wenig Wasserbedarf. Aus dem Kaktus wächst ein Blatt und züngelt durch den Raum. Die Entwicklung nimmt seinen Lauf und es entsteht etwas neues – künstliches, das nicht einordbar bleibt - ist es nur ein atmen aber auch ein zweckgebundener Motor - auch der Bezug zum Blumentopf und Gartenschlauch ist verschwunden. Dann reißt die Situation sprichwörtlich ab - es bleibt nur der Raum.

Wir freuen uns auf Euren Besuch.

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